Weit oben am Triesenberg leuchten aus grünen Matten die weissen Mauern eines Kirchleins. In der Nähe desselben stehen einige Häuser und Ställe, gruppiert um einen lebhaft sprudelnden Brunnen. Das ist der Weiler Masescha. Er ist der Mittagssonne zugewandt.

- Johann Baptist Büchel 

Der Berg ruft

Wenn Martina morgens aus dem Fenster schaut und sieht, wie die aufgehende Sonne die Bergspitzen kitzelt, ist es meist schon zu spät für ein ausgedehntes Frühstück. Den Rucksack hat sie schnurstracks gepackt und das Bergfieber sie. Ihr Lieblingsausgangspunkt ist Masescha auf etwa 1.250 Metern Höhe – dort wo «tausend» Bächlein fliessen und die Sonne «immer» scheint.

Ihre Hündin Nera darf bei diesem Ausflug in die atemberaubende Naturlandschaft Liechtensteins natürlich nicht fehlen. „Von Masescha aus starten wir im Sommer viele Wanderungen. Da meine Schwiegereltern sogar ein Ferienhaus hier oben haben, bietet sich das für meinen Mann, Nera und mich bestens an“.

Nicht nur Martina ist in diesen Ort verliebt – auch Hündin Nera freut sich bei jedem Spaziergang aufs Neue.

Ein Kleinod in der Landschaft

Um etwa 1300 besiedelten die Walliser, die ursprünglich Alemannen waren, Liechtenstein. Diese hatten nach einem Zwischenstopp im Berner Oberland im Wallis eine deutschsprachige Sieglung gegründet und zogen anschliessend über die Alpen und Voralpen weiter. Immer wieder siedelten sie sich an rauen und öden Landschaften an, wie zum Beispiel Davos und eben auch Masescha, wo sie den Mittelpunkt ihrer Siedlung in Liechtenstein wählten.

So entwickelte sich das schöne Gebiet oberhalb von Triesenberg bis heute zu einem beliebten Ort für Wanderer, Spaziergänger und diejenigen, die einfach etwas Ruhe suchen. Heute hat die Siedlung den Charakter einer Streusiedlung, wobei die wenigsten Bauten ganzjährig bewohnt sind. Die meisten Häuser sind Ferienhäuser, wie das von Martinas Schwiegereltern.

Der Blick ins Nebelmeer beweist: „Hier oben scheint immer die Sonne“.

Wo Natur und Kultur sich treffen

Der Spannungsbogen steigt: Über Masescha, der auch als Kraftort gilt, wimmelt es nur von geheimnisvollen Sagen und Legenden. Wanderer können auf dem beliebten „WalserSagenWeg“ nebst legendärem Ausblick auf das Rheintal und die Berglandschaft auf Geschichtensuche gehen. Auf dem Themenweg, der sich in drei Teile teilt, sind immer wieder Informationstafeln zu finden, die die Geschichte der Walsergemeinde schildern.

Teil eins des WalserSagenWeges startet beim Walsermuseum am Triesenberger Dorfplatz und führt bis nach Masescha. Der zweite Teil verläuft von Masescha aus bis nach Rizlina. Dieser Teil ist Martinas Lieblingsweg – warum erzählt sie später 😃 Der letzte Wegteil führt schliesslich von Rizlina wieder zurück zum Ausgangspunkt im Dorfzentrum.

Der Philosophen-Weg

Umwoben von Fragen um Fragen über die Walliser und die vielen Geschichten dieses besonderen Ortes ist es Masescha selbst, wo man am besten über all die Antworten „philosophieren“ kann. Auch wenn es nirgendwo offiziell geschrieben steht, für Martina und ihre Familie ist dieser zweite Teil des WalserSagenWeges der „Philosophenweg“.

Aber was macht ihn nun so besonders? Am Wegrand taumeln sich überall kleine Überraschungen, mal guckt ein Zwerg hinter einer Wurzel hervor, mal macht es sich eine kleine Eule unter einem Felsen gemütlich. „Der Weg ist immer wie aus Zauberhand dekoriert. Von wem, ist und bleibt jedoch ein Mysterium. Wohl sind es Anwohner und Freunde des Wegs. Auf jeden Fall geben sie sich sehr viel Mühe, denn an Weihnachten und Ostern ist die Dekoration sogar dem Anlass entsprechend“.

Schöne Momente

Martina kommt gerne hier her – oft auch nach der Arbeit, wenn ihre Hündin mal wieder mehr Auslauf braucht oder einfach, um einem langen Bürotag zu entkommen: „Mich persönlich verbinden viele schöne Momente mit diesem Weg und allgemein mit Masescha. Ob im Sommer oder im Winter, ich gehe einfach gerne hoch um meine Gedanken zu ordnen oder einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Ein paar Meter unter dem Philosophen-Weg hat mir mein Mann vor zwei Jahren sogar den Heiratsantrag gemacht!“

Martina Kieber, ehemalige Mitarbeiterin der FMA

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