Wer hätte geahnt, dass der Hügel, auf dem die Burg Gutenberg steht, bereits seit der Jungsteinzeit (ca. 5500 bis 2200 v. Chr.) besiedelt ist?

Archäologische Funde beweisen, dass der Ort wahrscheinlich über 4.500 Jahren lang als Kultplatz genutzt wurde. Im Jahr 1982 entdeckten Archäologen in den Fundamenten der Burg Teile einer Trockenmauer aus der jüngeren Eisenzeit, auf welchen wiederum ein Mauerwerk aus der Römerzeit steht.

Durch spezielle Untersuchungen haben Forscher herausgefunden, dass dem Burgbau ein Kirchenbau mit einem Friedhof vorausgegangen ist. Im 12. Jahrhundert wurde der Friedhof aufgegeben – er musste einer Ringmauer weichen. Ein spannendes Detail: Die Burg Gutenberg besass bis mindestens 1537 eine Zugbrücke, die bei einem Sturm leider zerstört wurde.

Im vergangenen Jahrhundert fanden Archäologen viele Dinge in der Burg und dessen Umgebung, wie zum Beispiel Münzen, Figuren und Skelette. Besonders bedeutsam sind die Funde aus den Jahren 1932/33: Bei Grabungen wurden sieben menschliche Bronzestatuen und zwei Tierfiguren (Eber und Hirsch) gefunden, welche heute im Liechtensteinischen Landesmuseum betrachtet werden können.

Martin ist sehr stolz auf diesen einzigartigen Ort in seiner Heimatgemeinde Balzers, dessen Wahrzeichen Burg Gutenberg ist. „Auch nach 5.5 Jahren im Ausland komme ich immer wieder gerne hier her und geniesse die Aussicht.“

Von der Burg zur Ruine und wieder zur Burg

Die Burg selbst, so wie sie heute aussieht, entstand sehr wahrscheinlich um 1200. Damals lebten die Herren von Frauenberg aus Graubünden auf der Burg, bis sie 1314 in den Besitz der Habsburger überging. Im Schwabenkrieg 1499 versuchte die Schweizerische Eidgenossenschaft vergeblich, die Burg zu erkämpfen und zu belagern. Davon zeugen zahlreiche Einschusslöcher in der Burgmauer.

Folglich verfiel Burg Gutenberg zunehmend bis letztlich nach einem Dorfbrand im Jahr 1795 sogar ihre übrig gebliebenen Ressourcen zum Wiederaufbau des Dorfes herhalten mussten. 1824 kaufte die Gemeinde Balzers die Ruine und hielt sie in ihrem Besitz, bis sie 1905 an den Maler, Bildhauer und Architekten Egon Rheinberger wurde.

Dieser widmete sich dem Wiederaufbau der Burg und errichtete sie in den Jahren 1905-1912 wieder ihn ihrer früheren Gestalt, in der sie bis heute auf dem 70m hohen Burghügel über inmitten von Balzers in ihrer vollen Pracht erscheint. Nach dem Tod von Egon Rheinberger wurde Burg Gutenberg zunächst verpachtet und später weiterverkauft, bis sie das Land Liechtenstein schliesslich 1979 erwarb.

Und heute? Kultur, Anlässe, Feierabendbier

Martin wohnt nicht weit von Burg Gutenberg und trifft sich abends nach der Arbeit gerne mit Freunden oben auf dem Burghügel auf ein Feierabendbier. Mit dem kleinen Spaziergang zur Burg und einer wohlverdienten Rast in der Sonne lässt sich der Tag perfekt abklingen.

Die Burg selbst kann nicht besichtigt werden – jedoch kann man sie zwischen 1. Mai und 31. Oktober für besondere Anlässe buchen. Die Vorburg ist das ganze Jahr frei zugänglich und jeweils sonntags von 10 bis 19 Uhr öffnet die Burgkapelle mit seinem Rosengarten ihre Pforten.

Besonders zu empfehlen sind die Veranstaltungen des Kultur-Treffs Burg Gutenberg. In den Sommermonaten lädt der Verein zur verschiedenen Konzerten und Kabaretts vor der einmaligen Kulisse des Innenhofes von Burg Gutenberg.

Martin Meier, Trainee mit alternierenden Einsätzen

Meine Haupttätigkeit ist das analysieren und bewerten von makroökonomischen Entwicklungen und Trends, das Erstellen von periodischen makroökonomischen Reports und Berichten, die Kalibrierung makroprudenzieller Instrumente sowie das Vertreten Liechtensteins bei externen Gremien. Dies ist insoweit wichtig da der FMA in Liechtenstein bestimmte, im Bereich der Sicherung der Finanzstabilität, Zentralbankaufgaben zufallen.

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